Schwaarz Kréischelen – Cassis-Projet

1. Projektbeschreibung

Die Region Müllerthal bietet ein enormes Potential für die Entwicklung und den Vertrieb von Nischenprodukten mit speziellem Charakter. Dieser Besonderheit wurde bereits in vergangenen, mittlerweile erfolgreich abgeschlossenen LEADER-Projekten  zum Thema regionaler Produktvermarktung Rechnung getragen (siehe hierzu auch die Beschreibung zum Projekt  „Qualitéit aus dem Mëllerdall – Regional Produkter“).

Mit dem Anfang September 2012 eingeläuteten Projekt „Schwaarz Kréischelen“ setzen die Initiatoren deshalb einen Weg fort, der sich bereits bewehren konnte und knüpfen darüber hinaus an eine lange Geschichte des Anbaus schwarzer Johannisbeeren in der Region an.

Bereits in früheren Zeiten wurden die Vitamin C- und kaliumreichen Früchte rund um das Schloss Beaufort gepflanzt und nach der Ernte zur Herstellung des bekannten Likörs „Cassero“ verwendet. Der heimische Anbau musste jedoch in den 60er Jahren mangels Rentabilität eingestellt werden, den Cassero gewannen die Produzenten fortan aus importierten Früchten.

Die Tradition des Regionalanbaus begründen die beiden Ideengeber  des Cassis-Projektes, der Landwirt Jean-Paul Friederes aus Eppeldorf und Jacqueline Kuijpers vom Schloss Beaufort nun wieder in neuer Form. Während ersterer die Pflanzung übernimmt und einen Teil der gewonnenen Früchte anschließend zu Saft, Marmeladen und Gelee verarbeitet, nutzt letztere die gewonnenen Früchte zur Herstellung des Cassero – der dadurch wieder vollständig aus regionaler Produktion stammen wird.

 

2. Durchgeführte Maßnahmen und Aktivitäten

2.1  Anbau der "Schwaarz Kréischelen"

Im November 2012 wurden auf einem 1,9 Hektar großen Feld oberhalb von Eppeldorf 9.250 schwarze Johannisbeer-Sträucher gepflanzt. Gekauft wurden Sträucher der Sorte Titania, die gute Erträge erzielen, geeignet zur Saftherstellung sind, geringe Krankheitsanfälligkeit haben und sich gut zur maschinellen Ernteeinsatz eignen. Auf einer kleinen Restfläche wurden auch 250 rote Johannisbeersträucher gepflanzt. Um im Jahr 2013 schon eine erste kleine Ernte einfahren zu können wurden die Sträucher in unterschiedlichen Entwicklungsstadien gepflanzt. 1.000 Cassis-Sträucher hatten 6-8 Triebe, weitere 1.000 Pflanzen wurden mit 5 Trieben gepflanzt, die übrigen Sträucher zählten bei der Pflanzung nur drei Triebe und brauchen daher länger bis sie voll entwickelt und ertragsfähig sind.

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2.2 Pflege und Ernte

Nach dem ersten Winter 2012/2013, den die Pflanzen gut überstanden haben, sind im darauf folgenden  Frühjahr umfangreiche Pflegearbeiten auf dem Feld mit den schwarzen Johannisbeeren angefallen. Insbesondere die Befreiung der Sträucher von Unkraut, die sorgfältige Bodenpflege und die Aussaat einer Grasmischung als Begrünung zwischen den Reihen gehörten dazu. Im Sommer 2013 konnte dann die erste, noch kleine, aber dennoch erfolgreiche Ernte eingefahren werden. Die Ausbeute an schwarzen Beeren belief sich auf rund 400 Kilo, wobei es sich nicht um den vollen Ertrag handelte, da die Sträucher zu diesem Zeitpunkt noch nicht gänzlich entwickelt waren. Die Beeren wurden maschinell mit einer Erntemaschine „gepflückt“. Blätter und Zweige werden dabei mit einem eingebauten Gebläse automatisch entfernt. Der Ertrag der roten Johannisbeeren war erwartungsgemäß sehr klein, diese Sträucher wurden, um sie zu schonen, von Hand gepflückt.

Auch den darauf folgenden, sehr milden Winter 2013/2014 haben die Sträucher gut überstanden. Der Schaden durch Wildschweine und Rehe war geringer als befürchtet. Die Pflegearbeiten im Frühjahr 2014 waren Unkraut entfernen und die Pflanzen, die mit 6-8 trieben gekauft wurden, mussten zum ersten Mal zurück geschnitten werden (Pflegeschnitt). Auch hinsichtlich des Pflanzenschutzes mussten Maßnahmen getroffen werden. Dank der Wetterbedingungen, der Pflege und der guten Entwicklung der jung gepflanzten Johannisbeersträucher konnten im Sommer 2014 fast eine Tonne Früchte geerntet werden.

 

2.3 Umzäunung der Fläche

Dank der relativ geringen Wildschäden in den beiden Jahren waren die Einbußen durch Wildverbiss und –schäden im Rahmen des Projektes relativ gering. Nichtsdestotrotz haben die Erfahrungswerte aus den beiden vergangenen Jahren gezeigt, dass die Einzäunung der Fläche sehr sinnvoll ist, um mögliche Schäden in den kommenden Jahren zu vermeiden. Gegen Ende des Projektes wurde um das Feld mit dem gepflanzten Sträuchern daher ein Zaun zum Schutz aufgestellt.

 

2.4 Verarbeitung der Beeren

Die schwarzen und roten Johannisbeeren wurden nach der Ernte von den beiden Produzenten weiter verarbeitet.

Jacqueline Kuijpers verwendete die Beeren zur Produktion des bekannten „Cassero“, einem Likör aus schwarzen Johannisbeeren. Im Jahr 2014 konnte sie erstmals ein Fass des kostbaren Likörs allein aus original luxemburgischen Früchten gewinnen, den sie als regionales Produkt des Schlosses Beaufort vermarktet.

Jean Paul Friederes verarbeitete den Rest der Beeren selbst. Der ausgepresste Saft wurde zur Herstellung einer „Äppelschwaaarzkréischel“-Saftmischung verwendet sowie zu Marmelade und Sirup. Aus den roten Johannisbeeren wurde ebenfalls Marmelade und Sirup erstellt.

 

2.5 Vermarktung der Produkte

Folder

Im Rahmen des Projektes wurde ein Folder erstellt, der über das Projekt und die angepflanzten Sträucher informiert. Den Folder gibt es in zwei Sprachen: deutsch und französisch. Informationstafeln mit ähnlichen Inhalten wie im Folder wurden zudem am Feld mit den schwarzen Johannisbeeren sowie bei den beiden Produzenten in den jeweiligen Betrieben aufgerichtet.

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Initiative "Schwaarz Kréischel's Dag"

Die beiden Produzenten haben überlegt wie sie über die reine Information und den Verkauf der Produkte hinaus, die Leute über das Projekt informieren und begeistern können. Schnell war die Idee geboren einen „Schwaarz Kreischel’s Dag“ zu organisieren, bei dem Teilnehmer sowohl Informationen bekommen als auch die Produkte probieren und kosten können. Dies geschieht in Kombination mit einer Wanderung und der Besichtigung der Burg und des Renaissanceschlosses in Beaufort. Dafür wurde im Projekt ein kleiner Infofolder mit dem Programm des „Schwaarz Kréischel’s Dag“.

Hier erfahren Sie mehr über den nächsten Schwaarz Kréischel's Dag.

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Geschenkkiste "Schwaarz Kréischelen Allerlée"

Um die abwechslungsreichen und vielfältigen Produkte aus den schwarzen Johannisbeeren bekannt zu machen, haben die beiden Produzenten eine neues Produkt kreiert: die regionale Geschenkkiste "Schwaarz Kréischelen Allerlée“, die vielfältige Kreationen aus den schwarzen Johannisbeer-Früchten bietet (die Kiste ist nicht LEADER-kofinanziert aber ein Produkt aus der Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes). Die Kisten wurden erstmals im August 2014 auf dem Lëtzebuerger Weekend in Medernach präsentiert.

 

 

 

3. Daten und Fakten

Projektträger:          

Jean-Paul Friederes (Projektkoordination und Obstanbau)

 

Projektpartner:       

Jacqueline Kuijpers (Verarbeitung)

 

Laufzeit:                   

September 2012 – Februar 2015

 

Budget:                     

Gesamtausgaben: 28.183,12 €