Modellkonzepte für erlebnispädagogische Spielplätze

 

1. Ausgangssituation

Die Region Müllerthal – Kleine Luxemburger Schweiz zeichnet sich bereits jetzt durch eine familienfreundliche Infrastruktur und ein hohes Maß an Wohn- und Lebensqualität aus. Es liegt deshalb auf der Hand, diese Stärke weiter auszubauen, durch zusätzliche Freizeitangebote zur Zufriedenheit der Bewohner beiztragen und die Region auch für Touristen noch attraktiver zu gestalten.

Da besonders erlebnispädagogischen Angeboten zugesprochen wird, einen wichtigen Beitrag zur geistigen und körperlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu leisten, entstand die Idee, im Rahmen eine Projektes „Modellkonzepte für erlebnispädagogische Spielplätze“ neue Varianten für anspruchsvolle Erlebnis- und Abenteuerspielplätze zu entwickeln.

Derartige erlebnispädagogische Angebote unterscheiden sich von anderen Spielplätzen insbesondere dadurch, dass die einzelnen Spielelemente aufeinander abgestimmt sind und ein Gesamtkonzept ergeben, das sowohl motorische Fähigkeiten als auch soziales Verhalten fördert. Sie sollen nicht nur Familien anziehen, sondern auch Schulen, Kindergärten und sonstigen Bildungsreinrichtungen zusätzliche Möglichkeiten zur spielerischen Vermittlung von Fähigkeiten bieten.

Die Initiative zu diesem Projekt geht auf die zwei Syndicats d’Initiativ Consdorf und Waldbillig sowie auf die Gemeinde Beaufort zurück.

 

2. DurchgefĂĽhrte MaĂźnahmen

 

(1) Exkursion und Best practise

 Exkursion am 18. Juli 2014 nach Wiesbaden, Ingelheim und Koblenz

Auf der Exkursion wurden drei Spielplätze mit unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen, Größen und Konzepten besucht:

  • ein groĂźer Spielplatz, der auf dem Gelände der Fasanerie Wiesbaden integriert ist,
  • ein Spielplatz im Stadtkern von Ingelheim zu den Themen Wasser und Klettern
  • ein Spielplatz auf dem ehemaligen Bundesgartenschaugelände der Festung Ehrenbreitstein, der sehr groĂź und weitläufig ist.

Erläuterungen und Informationen zu den Konzepten sowie technische Details wurden von den jeweils Verantwortlichen vor Ort sowie dem Architekten der Spielplätze, der die Exkursionsteilnehmer den ganzen Tag begleitet hat, gegeben.

 

Exkursion am 3. Oktober 2014 nach Hagen und Hamm

Auf dem Programm der Exkursion am 3. Oktober stand zunächst die Besichtigung des „Experimentierfeldes Wasser“, das auf dem Gelände des Freilichtmuseums in Hagen integriert ist. Danach war der Maximilianpark in Hamm Teil des Exkursionsprogramms. In Hamm wurde das ehemalige Gelände der Landesgartenschau genutzt, um auf einer sehr weitläufigen Fläche verschiedene Spielplätze mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten und für unterschiedliche Altersklassen anzulegen.

 

(2) Ideenworkshop mit Kindern

Am 11. Dezember 2014 wurde mit Kindern zwischen 5 und 10 Jahren ein Ideenworkshop durchgeführt, um die Gestaltung der Außenanlagen an der Heringer Millen mit zu planen. Im Rahmen einer Ortsbesichtigung konnten die Kinder ihre ersten Eindrücke äußern und Ideen für Spiele und Plätze zum Spielen nennen. Jedes Kind musste sich danach auf einen einzigen „Königswunsch“ festlegen, den es anschließend gestalten konnte. Die Königswünsche wurden zum Abschluss von den Kindern präsentiert und es wurde gemeinsam über Materialien, Dimensionen und Benutzbarkeit gesprochen. Die Wünsche wurden bei der Planung des Spielplatzkonzeptes an der Heringer Millen berücksichtigt.

 

(3) Handlungsanleitung

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes war die Ausarbeitung eines Handlungsleitfadens, der allen LEADER-Gemeinden und –Partnern danach zur Verfügung gestellt wurde. Mit dem Handlungsleitfaden wurde das Ziel verfolgt, sowohl Wissen und Informationen zu vermitteln, die bei der Planung von Spielplätzen wichtig zu beachten sind als auch durch viele Bilder und Praxisbeispiele konkrete Ideen zu transportieren. Und dies mit einem konkreten Bezug zu den landschaftlichen Gegebenheiten und Charakteristika der Region Müllerthal.

 

(4) Info-Foren fĂĽr die LEADER-Gemeinden und Partner

Neben der Dokumentation des Wissens in Form der Handlungsanleitung wurden im Projekt zwei Info-Foren organisiert. Bei der ersten Veranstaltung am 21. Januar 2015 wurden den Verantwortlichen die Inhalte und der Zweck des Handlungsleitfadens vorgestellt. Im Anschluss an die Präsentation entwickelte sich mit den Teilnehmern eine lebhafte und interessante Diskussion zu diesem Thema.

Bei einem zweiten Termin wurden vor allem die Verantwortlichen aus der Naturverwaltung gezielt angesprochen. Gemeinsam mit dem Experten wurden einige Spielplätze in der Region vor Ort angeschaut, bewertet und Entwicklungspotentiale aufgezeigt.

 

(5) Ausarbeitung von drei Spielplatzkonzepten

FĂĽr drei Spielplatzstandorte wurden im Rahmen des LEADER-Projektes konkrete Konzepte ausgearbeitet. Es sind die Konzepte, fĂĽr die drei am Projekt beteiligten Partner:

  • SIT Consdorf: Abenteuerparcours und Kleinkinderspielbereich an der Consdorfer Millen
  • SIT Waldbillig: weitläufiger und groĂźräumiger Wasserspielplatz fĂĽr verschiedene Altersklassen an der Heringer Millen
  • Gemeinde Beaufort: Wasserspielplatz und Experimentierfeld am Klingelbour

Die Vertreter der drei Institutionen hatten sich für die jeweiligen Spielplatzkonzepte verschiedene thematische Schwerpunkte überlegt. Aufgegriffen wurden die Themen, die quasi vor der Haustür liegen und die landschaftliche Vielfalt der Region widerspiegeln. An der Heringer Mühle wurde ein Erlebnisspielplatz zum Thema Wasser geplant, der gleichzeitig Spielelemente zu den Mühlen und der Geologie beinhaltet. Die Felsen des Luxemburger Sandsteins und der Wald sind die prägnanten Themen des geplanten erlebnispädagogischen Abenteuerparcours an der Consdorfer Mühle. In Beaufort steht ebenfalls das Thema Wasser im Fokus der Planungen. Der Planungsraum ist im Vergleich zu der Heringer Millen jedoch kleinräumiger. Verschiedene Wasserspiele und Experimentierfelder sind dort geplant. Die Themen der drei Spielplätze zusammen zusammengenommen greifen viele Charakteristika der Region Müllerthal – Kleine Luxemburger Schweiz inhaltlich auf.

Bei den Planungen wurde darauf geachtet, dass sich die Spielplätze optisch stimmig in die jeweiligen Gelände und umgebende Landschaft integrieren. Ziel war es, dass die Spielplätze sich positiv in die Landschaft einpassen und nicht störend wirken, sondern vielmehr optisch wie gestalterisch eine Aufwertung des Geländes im Sinne einer (Freizeit-) Attraktivität erreichen.

 

(6) Modellcharakter

Mit den Modellspielplätzen können alle Gemeinden der Region Müllerthal die erlebnispädagogischen Spielmöglichkeiten kennenlernen, ausprobieren und daraus Modelle für ihre eigenen Kommunen umsetzen. Es wurde versucht, bei den Modellprojekten möglichst viele Spielvarianten aufzuzeigen, so dass Beispiele für unterschiedliche Zielgruppen (Kindergartenkinder, Schulklassen, Jugendgruppen etc.) vorgestellt werden, die dann je nach Bedarf und Zielgruppendefinition umgesetzt werden können. Langfristig ist es wünschenswert, dass beim Umbau oder Neubau von Spielplätzen in der Region, die im Handlungsleitfaden vorgeschlagenen Qualitätsziele Berücksichtigung finden und der erlebnispädagogische Charakter umgesetzt wird. Die Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten ist dabei so breit, dass die Konzepte nicht voneinander kopiert werden sollten sondern regional gesehen ein Netz von attraktiven und sich inhaltlich ergänzenden Spielplätzen entsteht, die zunächst vor allem für die Familien, Schulen und Jugendgruppen aus der Region aber auch für Touristen ein Anziehungspunkt sind.

 

 

3. Daten und Fakten

Projektträger

SIT Waldbillig

SIT Consdorf

Gemeinde Beaufort

 

Projektumsetzung in Kooperation mit

SIT Consdorf

Gemeinde Beaufort

 

Projektpartner

  • lokale Fremdenverkehrsvereine (SITs)
  • die 14 LEADER-Gemeinden
  • Office RĂ©gional du Tourisme RĂ©gion Mullerthal – Petite Suisse Luxembourgeoise
  • Entente des syndicats d’initiative et de tourisme de la RĂ©gion du Mullerthal – Petite Suisse Luxembourgeoise et de la Basse SĂ»re
  • Du zuständigen Ministerien (Familienministerium, Sportministerium, Tourismusministerium
  • Gemeindesyndikat Naturpark MĂ«llerdall
  • Hotellerie und Gastronomie der Region Mullerthal – Kleine Luxemburger Schweiz
  • Jugendherbergen
  • Kindergärten und Schulen
  • sonstige Betriebe (z.B. Herstellerfirmen von Spielgeräten etc.)

 

Projektlaufzeit:

September 2014 – Februar 2015

 

Budget:

Gesamtausgaben: 52.000.- EUR