MĂ©diation sociale

1. Projektbeschreibung

Streitigkeiten zwischen Nachbarn  sind keine Seltenheit und münden oft in einer scheinbar ausweglosen Situation, die durch die Beteiligten selbst in der Regel nicht mehr zu lösen ist.  Ziel des Projektes „Médiation sociale“ war es deshalb, in den Regionen Müllerthal und Miselerland einen Service einzurichten, der im Falle von Nachbarschaftskonflikten durch die Parteien als Schlichtungsinstanz eingeschaltet werden kann, um den Gang zum Gericht zu vermeiden.

Bereits aus den Umfragen der Machbarkeitsstudie, die 2007 in der LEADER+ Phase durchgeführt wurde, ging hervor, dass Handlungsbedarf bestand: Die Untersuchung kam allerdings nicht nur zu dem Ergebnis, dass eine Nachfrage nach einem Mediationsservice besteht, sondern es auch genügend Interessenten gäbe, die sich zum Mediator ausbilden lassen und ihre Dienste anschließend auf ehrenamtlicher Basis anbieten würden.

Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit der LAG Miselerland und verlief in mehreren Phasen (und zwei Projekten):

Phase 1: Sensibilisierungsphase => In der Zeit von Mai 2009 bis Dezember 2009 ging es primär darum, die Einwohner in den beiden Regionen über das Projekt zu informieren und Freiwillige zu finden, die sich zukünftig als Mediator unentgeltlich engagieren wollten.

Phase 2: Die eigentliche Schulung von insgesamt 20 Volontären fand von Januar 2012 bis Juni 2010 statt und beinhaltete eine 60-stündige Bildungseinheit.

Phase 3: Es folgte der Aufbau des eigentlichen Service, dessen Struktur und Funktionsweise von den ausgebildeten Mediatoren mit dem Projektträger ausgearbeitet wurden.

Phase 4: Im Oktober 2010 konnte der Dienst schlieĂźlich in seiner jetzigen Form an den Start gehen.

Phase 5: Ab Juni 2012 wurde im Rahmen des Projektes eine gezielte Ansprache der portugiesischen Bevölkerung angestrebt

 

 

 

 

2. Ergebnisse

2.1 Die Einrichtung des Service

Der Service fĂĽr soziale Mediation hat sich mittlerweile fest etabliert und steht jedem offen, der sich in einem Nachbarschaftskonflikt befindet. Das Angebot funktioniert folgendermaĂźen:

(1)   In der Regel sucht zunächst einer der Nachbarn den Kontakt zum Service und beschreibt dem jeweiligen Ansprechpartner die Konfliktsituation. Zu erreichen sind die Mediatoren des Dienstes während der Öffnungszeiten (dienstags von 9 bis 11 Uhr, donnerstags von 18 bis 20 Uhr) unter der Nummer 8002 3883. Außerhalb dieser Zeiten besteht die Möglichkeit, auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht zu hinterlassen bzw. per Mail Kontakt aufzunehmen.

(2)   Es folgt ein (persönliches) Einzelgespräch mit demjenigen, der um Hilfe gebeten hat.

(3)   Anschließend sucht der zuständige Mediator Kontakt zum Nachbarn, mit dem ebenfalls ein Einzelgespräch stattfindet, soweit dieser zustimmt.

(4)   Ist auf beiden Seiten die Bereitschaft zur Kooperation gegeben, findet zu guter Letzt ein gemeinsames Gespräch mit den Konfliktparteien statt, dessen Ziel die einvernehmliche, für beide akzeptable Lösung des Problems ist.

 

2.2 Presse- und Ă–ffentlichkeitsarbeit

Auf den Dienst ist mit Hilfe einer intensiven Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aufmerksam gemacht worden. Entwickelt wurde nicht nur ein eigenes Logo, sondern auch ein Flyer, der in Form eines Comics auf den Service de Médiation aufmerksam macht und damit auf einfache, für jeden unabhängig von seiner Herkunft verständliche Weise über das Angebot informiert.

 

   

 Klicken Sie auf die Bilder, um die einzelne Flyer herunterzuladen.

 

2.3 Resonanz

In den ersten 20 Monaten des Service (Stand Mai 2012) gab es insgesamt 57 Anfragen, von denen schließlich 37 angenommen wurden. In den meisten Mediationsfällen ging es um Bepflanzungen, Lärmbelästigung, Tiere oder Parken.

 

2.4 Auszeichnungen

Der Erfolg des Service de MĂ©diation Sociale spiegelt sich darin wieder, dass das Angebot bereits mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde:

  • Februar 2011: prix de la cohĂ©sion sociale de la fondation Roi Baudouin du Fonds Delhaize Group Ă  Bruxelles
  • Dezember 2011: prix d’encouragement dans le cadre de la remise du prix du mĂ©rite pour le bĂ©nĂ©volat par le MinistĂ©re de la Familie

 

3. Daten und Fakten

Projektträger:

Mouvement pour l’Egalité des Chances - MEC a.s.b.l.

 

Projektpartner:

  • Die LEADER-Gemeinden in den Regionen MĂĽllerthal und Miselelerand
  • Le ministère de l’EgalitĂ© des Chances, le ministère de la Famille.
  • L’ALMA (Association Luxembourgeoise de la MĂ©diation et des MĂ©diateurs agrĂ©Ă©s).
  • Familjencenter CPF – Espace Parole.
  • Le Commissariat de police de proximitĂ© de la ville d’Echternach et de Grevenmacher.
  • L’ASTI, l’association de soutien aux travailleurs immigrĂ©s.
  • L’asbl AmitiĂ© Portugal
  • L’UniversitĂ© du Luxembourg

 

Laufzeit:

Projekt „Médiation sociale“: Juni 2009 – Mai 2012

Projekt « Service Régional de Médiation Sociale »: Juni 2012 – Mai 2013

 

Budget:

Projekt „Médiation sociale“:

Genehmigtes Gesamtbudget fĂĽr die beiden Regionen MĂĽllerthal und Miselerland:

205.000.- EUR

Tatsächliche Ausgaben: 156.620,88.- EUR

 

Projekt « Service Régional de Médiation Sociale »: Juni 2012 – Mai 2013

Projekt fĂĽr die beiden Regionen MĂĽllerthal und Miselerland:

Genehmigtes Gesamtbudget: 48.080.- EUR