Forest project ‚Äď Netzwerk waldreicher Regionen in Europa

1. Projektbeschreibung

Die Diskussionen √ľber den Klimawandel, der zunehmende Mangel an Ressourcen und die ungewisse Entwicklung in Zeiten wirtschaftlicher Krisen schaffen viele offene Fragen. Der Wald als Ort der Prim√§rproduktion und komplexes √Ėkosystem kann Antworten auf diese aktuellen Probleme bieten.

Gerade das in der Forstwirtschaft entwickelte Prinzip nachhaltiger Bewirtschaftung liefert langfristige L√∂sungen: Der Wald wird so bewirtschaftet, dass seine Produktivit√§t, Verj√ľngungsf√§higkeit und Vitalit√§t gleich bleiben oder ansteigen. Sein Hauptprodukt, das Holz, ist ein nachwachsender Rohstoff, bindet CO2, √ľbertrifft die Energiebilanz anderer Werkstoffe wie z.B. Stahl oder Beton und schafft Arbeitspl√§tze wie etwa den des Waldarbeiters, Schreiners oder Papierherstellers. Der Wald dient nicht nur den Einwohnern einer Region und Touristen als Ort f√ľr Erholung und Naturerlebnis, er ist auch R√ľckzugsraum f√ľr Pflanzen und Tiere.

Von diesen Vorteilen kann das M√ľllerthal, das als so genannte waldreiche Region zu mehr als einem Drittel (38,5 %) aus Wald besteht und damit √ľber dem luxemburgischen (34,8 %) und dem europ√§ischen (37,8 %) Durchschnitt liegt, in besonderem Ma√üe profitieren. Die Region bietet sich deshalb dazu an, im Rahmen der LEADER-Idee eine Vorreiterrolle f√ľr ein Projekt zum Thema Wald in Luxemburg zu √ľbernehmen.

Den besonderen landschaftlichen Gegebenheiten des M√ľllerthals wird durch den Anschluss der hiesigen LAG an das transnationale Forest project, an dem neben Luxemburg, Finnland, Schweden und Frankreich beteiligt sind, Rechnung getragen. Die Teilnahme an dem seit Mai 2012 laufenden und bis Ende April 2014 geplanten Projekt dient dazu, aus den Erfahrungen in anderen waldreichen Regionen Europas zu lernen, die eigene Strategie zu verbessern und den Reichtum an Wald im M√ľllerthal durch gezielte Aktivit√§ten sinnvoll zu nutzen.

 

 

 (c) Raymond Clement

 

2. Geplante Maßnahmen

Die Idee des Projektes gr√ľndet auf der Verkn√ľpfung der regionalen mit der transnationalen Ebene. Der Fokus wird dabei auf einer gezielten Umsetzung regionaler Aktivit√§ten liegen, die jedoch in einen transnationalen Zusammenhang gestellt und in dessen Rahmen evaluiert und gegebenenfalls verbessert werden.

 

2.1 Regionale Aktivitäten

Regional bewegt sich das Spektrum an geplanten Ma√ünahmen innerhalb von f√ľnf verschiedenen Bereichen, zu denen neben einem gezielten Marketing f√ľr den Wald und seine Produkte (Holz, Fleisch etc.), die Konzeption einfacher touristischer Einrichtungen wie die Entwicklung von einheitlichen Sitz- und Tischgruppen und die Durchf√ľhrung von Aktionen und Aktivit√§ten und Veranstaltungen zum Thema Wald (z.B. organisierte √úbernachtungen im Wald) z√§hlen. Schlie√ülich steht auch die Ausbildung von Waldf√ľhrern ebenso auf der Agenda wie die Konzeption einer Wanderausstellung zum Thema Wald.

 

2.2 Transnationale Aktivitäten

Waldseminare

Ziel des transnationalen Engagements im Rahmen des Projektes ist es, von den Erfahrungen und dem Wissen der anderen beteiligten LAGs waldreicher Regionen zu profitieren und die eigenen Erkenntnisse zum Thema ‚ÄěWald und Umwelt‚Äú zu erweitern. Den Schwerpunkt dieser grenz√ľberschreitenden Zusammenarbeit bilden die so genannten Waldseminare. Die jeweils dreit√§gigen Veranstaltungen werden w√§hrend der gesamten Projektlaufzeit jeweils einmal pro Jahr in einer der beteiligten LAGs nach einem √ľbereinstimmenden Ablauf organisiert und bieten neben Vortr√§gen du Workshops zum Thema Wald auch Exkursionen. Zur Zielgruppe der Seminare z√§hlen neben Waldbesitzern und Forstleuten unter anderem auch Unternehmer und Mitarbeiter von Tourismus- sowie Natur- und Umweltverb√§nden.

 

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Erstes Waldseminar in Schweden (Klicken Sie auf das Foto um zum Album zu gelangen)

 

Well-being Trails

Ein weiteres Thema grenz√ľberschreitender Zusammenarbeit sind die so genannten Well-being Trails oder Power Health Trails, dessen Prototyp 2010 am Ikaalinen Spa in Finnland er√∂ffnet wurde. Das Konzept dieses ‚ÄěWald-Gesundheits-Weges‚Äú basiert auf Erkenntnissen, die im Rahmen einer Studie zur positiven Wirkung des Waldes auf das menschliche Wohlbefinden gewonnen wurden. Durch gezielte Informationen und Aufgabestellung entlang des Wanderwegs wird der Erholungseffekt unterst√ľtzt. Aufgrund der positiven Erfahrungen sind die Well-being Trails in Zukunft auch in anderen Regionen geplant.

 

3. Ergebnisse

3.1 Regional

Marketing:

Konzeption touristischer Einrichtungen:

 

3.2 Transnational

  • Das erste Waldseminar fand vom 26. bis zum 28.09.12 in Sunne statt, dem Standort der schwedischen LAG V√§xtlust. In dessen Rahmen wurde auch der erste Well-being Trail Schwedens er√∂ffnet.
  • Das zweite Waldseminar findet vom 23. bis zum 25.4.13 in Luxemburg statt. Hier soll der erste Well-beig Trail Luxemburgs er√∂ffnet werden.

 

3. Daten und Fakten

Projektträger:    Laufzeit      

Regional Initiativ M√ęllerdall ‚Äď RIM asbl.

30, route de Wasserbillig

L-6490 Echternach

Tel.: +352 26 72 16 30

info (at) rim.lu

                                              

Projektkoordinatorin:

Juliana Reichert

Regional Initiativ M√ęllerdall ‚Äď RIM asbl.

30, route de Wasserbillig

L-6490 Echternach

Tel.: +352 26 72 16 30

juliana.reichert (at) leader.lu

 

LEADER-Partner-Regionen:

  • LAG Karhuseutury, Finnland (Jaana M√§lki)
  • LAG Pohjois-Satakunta, Finnland (Krista Antila)
  • LAG V√§xtlust, Schweden (Ewa Ryhr Andersson)
  • LAG Mullerthal, Luxemburg (Anette Peiter)
  • LAG Pays de la D√©odatie, France (Christophe Lerouge)

Partner in der Region M√ľllerthal:

  • Administration de la nature et des forets, Arrondissement Centre ‚ÄďEst Mai 2012 bis April 2014
  • L√ętzebuerger Privatb√ęsch
  • Ackerbauschule
  • Betriebe der Region
  • LEADER-M√ľllerthal Gemeinden
  • SITSs, Entente, ORT
  • Tourismusministerium
  • Forstliche Beratungsb√ľros
  • Naturschutzverb√§nde

 

Laufzeit

Mai 2012 bis April 2013

 

Budget

215.073 Euro